Vertrag zur Auftragsverarbeitung
Stand und Vertragsversion: 5. Oktober 2026
Ergänzende Bedingungen nach Art. 28 DSGVO für Verarbeitung im Auftrag eines Geschäftskunden.
1. Gegenstand und Anwendungsbereich
Auftragsverarbeiter:
Ankele GmbH
Im Wasen 28, 72770 Reutlingen
Deutschland
Geschäftsführer: Ralph Thomas Ankele
Handelsregister: Amtsgericht Stuttgart, HRB 352460
USt-IdNr.: DE146475478
E-Mail: support@ankele-gmbh.de
Dieser Vertrag zur Auftragsverarbeitung gilt, soweit der Kunde Verantwortlicher ist und Kassenka bei der Bereitstellung von CloudSave, Portal- oder TSE-Funktionen personenbezogene Daten in seinem Auftrag verarbeitet. Er ergänzt die AGB und gilt für die Dauer der jeweiligen Verarbeitung.
2. Art, Zweck, Daten und Betroffene
Gegenstand sind Speicherung, Übertragung, Bereitstellung, Wiederherstellung und Löschung der für die gewählten Kassenka-Leistungen erforderlichen Daten. Betroffen sein können Beschäftigte, Bediener, Kunden, Lieferanten und sonstige Personen. Datenarten können Konto- und Stammdaten, Bestell- und Zahlungsinformationen, Beleg- und Fiskaldaten, Gerätekennungen, Protokoll- und Supportdaten umfassen.
3. Weisungen und Pflichten des Kunden
Kassenka verarbeitet Auftragsdaten nur auf dokumentierte Weisung, soweit keine gesetzliche Pflicht entgegensteht. Produktwahl, Konfiguration, Upload, Wiederherstellung, Export und Löschanfragen gelten als Weisungen innerhalb der vereinbarten Leistung. Der Kunde gewährleistet die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung, informiert Betroffene und erfüllt deren Rechte. Hält Kassenka eine Weisung für datenschutzwidrig, informiert es den Kunden unverzüglich und setzt die betroffene Verarbeitung bis zur Klärung aus. Gesetzlich vorgeschriebene Verarbeitungen werden dem Kunden vorab mitgeteilt, soweit das Gesetz diese Mitteilung nicht untersagt. Weisungen und diese Pflicht gelten auch für Drittlandübermittlungen.
4. Vertraulichkeit und Sicherheit
Zur Verarbeitung befugte Personen werden vor dem Zugriff zur Vertraulichkeit verpflichtet oder unterliegen einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht. Zugriffe werden auf erforderliche Personen und technische Dienste begrenzt. Daten werden bei der Übertragung verschlüsselt; Zugänge, Mandantentrennung, Berechtigungen, Secrets, Protokollierung, Sicherungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen werden dem Risiko entsprechend geschützt und regelmäßig überprüft. Absolute Sicherheit kann technisch nicht garantiert werden.
5. Unterauftragsverarbeiter
Der Kunde genehmigt den Einsatz der folgenden Unterauftragsverarbeiter: Google Cloud EMEA Limited, 70 Sir John Rogerson’s Quay, Dublin 2, Ireland für Firebase Authentication, Firestore, Cloud Storage, Cloud Run, Secret Manager und Hosting; bei gebuchter TSE fiskaly GmbH, Mariahilfer Straße 36/5, 1070 Wien, Österreich, für SIGN DE. Stripe verarbeitet Zahlungsdaten im Rahmen seiner eigenen Zahlungsdienste. Beabsichtigte Hinzuziehungen oder Ersetzungen werden dem Kunden vor Beginn der betroffenen Verarbeitung per E-Mail angekündigt, grundsätzlich mindestens 30 Tage vorher. Der Kunde kann aus begründeten Datenschutzgründen widersprechen. Vor einer strittigen Umstellung wird eine Abhilfe vereinbart; ist diese nicht möglich, kann der betroffene Leistungsanteil vor der Umstellung beendet werden. Die Verarbeitung durch fiskaly erfolgt innerhalb der EU; SIGN-DE-Signaturschlüssel verbleiben in Deutschland. Für SIGN DE setzt fiskaly Google Cloud EMEA Limited (Irland) für Cloud-Infrastruktur in der EU und Equinix Germany GmbH für Signaturhardware in Frankfurt am Main ein. Microsoft Ireland Operations Limited ist für Azure-Infrastruktur in Deutschland aufgeführt, soweit SIGN DE über Deutsche Fiskal/FCC bereitgestellt wird. Die Verarbeitung durch fiskaly erfolgt innerhalb der EU; SIGN-DE-Signaturschlüssel verbleiben in Deutschland. Kassenka vereinbart mit Unterauftragsverarbeitern die erforderlichen Datenschutzpflichten und bleibt für deren Erfüllung gegenüber dem Kunden verantwortlich.
6. Unterstützung und Vorfälle
Kassenka unterstützt den Kunden unter Berücksichtigung der Art der Verarbeitung und der verfügbaren Informationen durch geeignete Maßnahmen bei Betroffenenrechten sowie bei den Pflichten nach Art. 32 bis 36 DSGVO, einschließlich Datenschutz-Folgenabschätzungen und vorheriger Konsultation. Verletzungen des Schutzes von Auftragsdaten werden dem Kunden unverzüglich nach Bekanntwerden mit den verfügbaren Angaben gemeldet. Der Kunde bleibt für seine gesetzlichen Meldungen verantwortlich.
7. Rückgabe und Löschung
Nach Ende der Leistung werden Auftragsdaten nach dokumentierter Wahl des Kunden zurückgegeben oder gelöscht, soweit keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht besteht. Daten können bis zum Ablauf ausgewiesener technischer Backupfristen in gesicherten Kopien verbleiben und werden dort nicht erneut produktiv genutzt. Der Kunde kann seine Wahl auch nach Vertragsende über den Support mitteilen; ein gesperrter Portalzugang beseitigt diesen Anspruch nicht. Nach der Rückgabe werden verbleibende Kopien gelöscht, soweit keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht besteht.
8. Nachweise, Kontrollen und Drittlandtransfer
Kassenka stellt angemessene Informationen über die getroffenen Maßnahmen und verfügbare Provider-Nachweise bereit. Kassenka ermöglicht und unterstützt erforderliche Kontrollen einschließlich Inspektionen durch den Kunden oder einen von ihm beauftragten Prüfer. Planbare Prüfungen werden mit angemessener Vorankündigung und Vertraulichkeit durchgeführt. Dringende Prüfungen und gesetzliche Befugnisse der Aufsichtsbehörden werden dadurch nicht eingeschränkt. Drittlandübermittlungen erfolgen nur auf einer zulässigen Grundlage, insbesondere Angemessenheitsbeschluss oder EU-Standardvertragsklauseln.
Anlage: Technische und organisatorische Maßnahmen
Zugang und Trennung: Der Zugriff auf Online-Kassendaten erfordert ein authentifiziertes Konto und serverseitige Berechtigungsprüfungen. Daten verschiedener Kunden werden anhand der Kontozuordnung getrennt. Cloud-Dienste verwenden eigene Dienstidentitäten mit auf ihre Aufgabe beschränkten Zugriffsrechten. TEST und LIVE werden in getrennten Cloudprojekten betrieben.
Übertragung und Zugangsdaten: Die Kommunikation zwischen App, Portal, Kassenka-Backend und TSE-Anbieter erfolgt über HTTPS. Providerzugänge werden im Secret Manager oder verschlüsselt abgelegt. Die App erhält keine allgemeinen fiskaly-API-Schlüssel. Sicherheitsrelevante Zugangsdaten gehören nicht in Beleg- oder Artikeldaten.
Integrität und Wiederherstellung: Kassenka speichert operative Daten zunächst lokal. CloudSave überträgt versionierte Sicherungsstände und behandelt Wiederholungen einer Sicherungsänderung anhand stabiler Kennungen. Die Firestore-Notfallsicherung ist von der kundenseitigen CloudSave-Wiederherstellung getrennt. Der lokale Geräteschutz und eigene gesetzlich erforderliche Archive bleiben Aufgaben des Kunden.
Betrieb und Kontrolle: Zugriffsrechte und Schutzmaßnahmen werden regelmäßig sowie bei relevanten Änderungen geprüft. Fehlerbehebung, Wiederherstellungsprüfungen und die Bearbeitung von Sicherheitsvorfällen werden dokumentiert. Maßnahmen dürfen technisch angepasst werden, ohne das vereinbarte Schutzniveau zu senken. Auf Anfrage werden die für die Auftragsverarbeitung erforderlichen Nachweise bereitgestellt.